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(sich mit) sammlungen anlegen

Museen sind so gut wie ihre Depots - Depots sind so gut wie ihre Museen. Doch im Blickpunkt des Museums- und Ausstellungswesens der letzten 20 Jahre standen vorwiegend Themen der Präsentation und Vermittlung. Was in den Kellern gelagert wurde und nicht unmittelbar im Rampenlicht stand, blieb aus dem Sammlungsdiskurs ausgeschlossen. Dabei sind sowohl die Ordnungssysteme als auch die Bedingungen der Lagerung von Objekten Indikatoren von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Hierarchien. Das Bewahren von Beständen ist nicht nur zentrale museale Aufgabe, es spiegelt auch die Geschichte der Sammlungen wieder, macht sichtbar was wertvoll genug war, um aufgehoben und dabei nicht interessant genug, um gerade gezeigt zu werden.

Mit den Möglichkeiten der digitalen Dokumentation und Archivierung verändern sich die Diskurse um das Bewahren fundamental. Braucht es nicht die Erarbeitung neuer Modelle und Strategien für die Bewahrung? Welche Rolle spielen dabei ethische Kriterien? Wie können die unterschiedlichen Zeitlichkeiten in denen Museen agieren – kurzfristige kulturpolitische Strategien einerseits und langfristige Sammlungsplanung andererseits – als untrennbar verbundene Parameter im Museumsalltag ausgeglichen gelebt werden? schnittpunkt geht diesen Fragen in einer Veranstaltungsreihe nach, thematisiert die gelebte Praxis, analysiert methodische Ansätze und unternimmt Exkursionen in den Bauch des Museums.
 

06: Sich mit Sammlungen anlegen. Gemeinsame Dinge und alternative Archive

Do, 15. Oktober 2020, 18.00–21.00 Uhr, online

Buchvorstellung und digitale Round Tables
HKW Berlin, ONLINE, Livestream auf hkw.de

Martina Griesser-Stermscheg, Nora Sternfeld, Luisa Ziaja (Hg.), Sich mit Sammlungen anlegen. Gemeinsame Dinge und alternative Archive, curating. ausstellungstheorie & praxis Band 5, Edition Angewandte, de Gruyter, Berlin/Boston 2020

Wie lässt sich die Idee der Commons im Kontext von Museen, Archiven und Sammlungen denken? In welchem Spannungsverhältnis stehen alternative Sammlungsstrategien und die Reproduktion eines etablierten Kanons? Welche Rolle spielen künstlerische Praxen für die Demokratisierung und Zugänglichmachung von Sammlungen?

Gegen den Trend einer zunehmenden Ökonomisierung und Kanonisierung des Sammelns gibt es immer lautere Stimmen, die Leerstellen in Sammlungen kritisieren und Diskussionen über neue diverse Sammlungsstrategien befeuern. Versteht man die Schaffung von Commons auch als eine soziale Praxis für die Formulierung alternativer Formen der Wissensproduktion und des Wissensaustauschs, so eröffnen sich für öffentliche Museen, Sammlungen und Archive herausfordernde Fragestellungen hinsichtlich Zugänglichkeit, Eigentum und Öffentlichkeit. Ausgehend von dem kürzlich erschienenen Band Sich mit Sammlungen anlegen. Gemeinsame Dinge und alternative Archive entwickeln die Beitragenden neue Perspektiven auf die Verknüpfung etablierter institutioneller Infrastrukturen und alternative Methoden des Sammelns.

Mit Texten von u.a.
Arif AKKILIÇ, Antonia ALAMPI, Stefan AUE, Natalie BAYER, Matthias BEITL, Birgit BOSOLD, Ljubomir BRATIĆ, Mela DÁVILA-FREIRE, Knut EBELING, Iris EDENHEISER, Michael FÄSSLER, Ursula FROHNE, Gabriele FRÖSCHL, Susanne GRANER, Martina GRIESSER-STERMSCHEG, Beat HÄCHLER, Renate HÖLLWART, Uffa JENSEN, Birgit JOOSS, Susan KAMEL, Johannes KAPELLER, Vera LAUF, Michael LOEBENSTEIN, Doreen MENDE, Bonaventure S. B. NDIKUNG, Cosima RAINER, Isidora RANDJELOVIĆ, Marcelo REZENDE, Susanne ROEßIGER, Sandra SAM, Bernd SCHERER, Gabriele SCHOR, Johanna SCHWANBERG, Cornelia SOLLFRANK, Monika SOMMER, Nora STERNFELD, Mascha TOBE, Sandra VACCA, Marianne WAGNER, Jana WITTENZELLNER, Luisa ZIAJA

sowie künstlerischen Beiträgen von
Daniel G. ANDÚJAR, Belinda KAZEEM-KAMIŃSKI, Filipa CÉSAR, Nicole SIX / Paul PETRITSCH

Videostill aus Voids. The Letter von Belinda Kazeem-Kamiński © Wien Museum

Das Programm findet in englischer Sprache und im Rahmen des Projekts Das ganze Leben. Archive und Wirklichkeit des Haus der Kulturen der Welt Berlin statt.

 

05: Think Tank (Sich mit) Sammlungen anlegen. Radikale Sammlungsstrategien

Mittwoch, 2. Mai 2018, 18.30 bis 21.00 Uhr
Donnerstag, 3. Mai 2018, 10.00 bis 17.00 Uhr
Universität für angewandte Kunst Wien
Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof / Sala Terrena
Eingang über Grashofgasse 3 oder Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

schnittpunkt lädt TheoretikerInnen und PraktikerInnen zum Think Tank „(Sich mit) Sammlungen anlegen“ ein, um gemeinsam einen Tag lang über radikale Sammlungsstrategien nachzudenken. Wir wollen uns dem Thema des „Sammelns“ aus Perspektiven annähern, die sich nicht von gängigen Museumsvorstellungen definieren und eingrenzen lassen. So gehen wir von Reklamationen aus, die bestehende Ausschlüsse und Zuschreibungen in Sammlungen adressieren, Eigentumsverhältnisse hinterfragen, Lücken und Leerstellen genauso wie Überfüllungen und Überforderungen thematisieren und dabei auch Wechselwirkungen zwischen Erhaltungsbedingungen, Auswahlkriterien und Kanonisierungen beleuchten. Jenseits allgegenwärtiger pragmatischer Erwägungen und praktischer Zwänge gibt uns der Think Tank Gelegenheit, Imaginationen entstehen zu lassen: Wie könnten wir Sammlungen entlang der Aspekte Demokratisierung, Vermittlung, Relationalität und (Im)materialität anders denken und langfristig verankern?

Konzept und Moderation: schnittpunkt – Martina Griesser, Beatrice Jaschke, Christine Haupt-Stummer, Renate Höllwart, Nora Sternfeld, Monika Sommer, Luisa Ziaja

Mit Impuls-Referaten von:
Vera Lauf, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Beat Hächler, Alpines Museum der Schweiz, Bern

Eine Veranstaltung von: schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien und dem Haus der Geschichte Österreich.

 

04: MAK / Tiefspeicher

Dialogführung mit Manfred Trummer (leitender Restaurator MAK)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg / Restauratorin (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 30. Juni 2006, 15.00 Uhr
MAK – Museum für angewandte Kunst, Weiskirchnerstrasse / Portier, 1010 Wien

Anfang der 1990er Jahre galt der neu errichtete Tiefspeicher des Museums für angewandte Kunst in Wien (MAK) als wegweisend für viele museale Sammlungen. Die innovative Adaptierung von Industrie-Mobiliar für die Depotausstattung sowie die hohen konservatorischen und sicherheitstechnischen Standards zeichnen den Tiefspeicher im MAK aus und gaben eine Qualitätsstufe vor, die unter Museumsfachleuten damals wie heute als international anerkannter Richtwert gilt. Manfred Trummer, leitender Restaurator des MAK und Projektverantwortlicher während des Baus des Tiefspeichers, führt durch die Räumlichkeiten "im Bauch des MAK" und zieht Resümee über seine Erfahrungen.

 

03: Wagenburg und Monturdepot / KHM

Dialogführung mit Ernst Gregor (Restaurator, Sammlung Wagenburg und Monturdepot, KHM), Martina Griesser (Leitung Naturwissenschaftliches Labor, KHM), Marianne Novotny-Kargl (Restauratorin, die angewandte)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 5. Mai 2006, 15.30 Uhr
Wagenburg und Monturdepot, Schloß Schönbrunn, 1130 Wien

Die Wagenburg in Schönbrunn beherbergt die Sammlung historischer Prunk- und Gebrauchswägen aus den Beständen des einstigen kaiserlichen Fuhrparks. Rund 100 Kutschen, Schlitten, Sänften sowie Reitgeschirr werden hier aufbewahrt. Eine Führung durch das Depot der Wagenburg gibt Einblick in die vielfältige Sammlung. Im Depot wird gleichzeitig das seit mehreren Jahren in Wien institutionsübergreifend laufende "Folienprojekt" vorgestellt. Ziel dieses Projektes ist die Weiterentwicklung von Verpackungsfolien für die langfristige Aufbewahrung von Objekten unterschiedlichster Materialzusammensetzung im Museumsdepot. schnittpunkt stellt die Frage, was beispielsweise ein Objekt der Eat Art mit einer historischen Sänfte in diesem Projekt verbindet.
www.khm.at

Leider musste dieser Termin krankheitsbedingt abgesagt werden!

 

02: MUMOK - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Vortrag und Dialogführung mit Brigitte Boll (Restauratorin / Künstlerin), Christina Hierl (Restauratorin) und Lisa Rastl (Fotografin)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 7. April 2006, 15.00 Uhr
mumok

Von Claes Oldenburg bis James Turell bereitet die Lagerung und Deponierung moderner und zeitgenössischer Kunstwerke wirklich immer Kopfzerbrechen? Erfahrungsberichte über die Herausforderungen in der Sammlung des MUMOK beleuchten die tägliche Praxis in Depot- und Sammlungsbetrieb. An ausgewählten Fallbeispielen werden auch Installationen der aktuellen Ausstellung "Lichtwerke. Kunst und Licht seit den 1960er Jahren" aus konservatorischer Sicht erläutert. Ebenso erfolgt ein künstlerisch-dokumentarischer Rückblick ins 20er-Haus, welches kurz vor dem Umzug des MUMOK ins Museumsquartier als Zwischendepot der besonderen Art diente. 

 

01: Artex Art Services - Kunstdepot

Vortrag und Führung mit Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte) und, Horst Campman (Geschäftsführer Artex Art Services - Kunstdepot)

Freitag, 3. März 2006, 15.30- 18.00 Uhr
Kunstdepot, Eyzinggasse 23, 1110 Wien

Die neue schnittpunkt-Reihe "Im Bauch des Museums" findet in mehreren Modulen statt. Jedes Modul unterliegt anderen inhaltlichen Schwerpunkten und thematisiert neue Wege in Depotplanung und -management. Dabei werden einige Depots von Wiener Sammlungen exemplarisch ausgewählt und besucht. Der Einführungsvortrag am 3. März gibt Überblick über die gesamte Veranstaltungsreihe. Die Umgebung für die Auftaktveranstaltung und das im ersten Modul fokussierte Objekt bildet das Beispiel eines kürzlich fertig gestellten und nun in der Einrichtungsphase befindlichen Depot-Neubaus, das "Kunstdepot" in Simmering.