power of display

Ausstellungen sind polymediale Kommunikationsmittel, die erst über das Zusammenspiel unterschiedlicher Ebenen (Objekte, Gestaltung, Texte) sinnlich und kognitiv funktionieren – eine Tatsache, die selten reflektiert wird. In einer Serie von Dialogführungen geht schnittpunkt dem Verhältnis von Inhalt und Gestaltung in Wechselausstellungen nach: Inwieweit werden hegemoniale kulturelle Deutungsmuster durch die Ausstellungsgestaltung produziert bzw. prolongiert? Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen werden durch die Gestaltung sichtbar? Welche Geschichten erzählt die räumliche Anordnung?

Anhand aktueller Ausstellungsbeispiele erörtert schnittpunkt gemeinsam mit GestalterInnen und KuratorInnen inhaltliche und formale Kriterien des Gestaltens, zeigt aktuelle Tendenzen im Ausstellungsbetrieb auf, diskutiert Anforderungen bzw. Umsetzungsmöglichkeiten und macht Arbeits- und Entscheidungsprozesse des "exhibition making" transparent. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: Was können Ausstellungsgestaltungen über ihre funktionalen Aufgaben hinaus erreichen? Wo liegen ihre Grenzen, ihre Macht, ihre Chancen? Wie publikumsorientiert sind Gestaltungen? In welchem Verhältnis stehen Objekte und Gestaltung zueinander?

Exhibitions are polymedia methods of communication that only function in a sensual and cognitive manner when various levels (objects, design, texts, etc.) interact, a fact that is seldom reflected upon. In a series of dialogs, schnittpunkt delves into the relationship between content and form in temporary shows: To what extent does the exhibition itself produce hegemonial cultural interpretational patterns? Which social mechanisms of power or processes of social inclusion and exclusion do exhibitions expose through their design? Which subtexts are suggested by the spatial arrangements?
Through examples of current exhibitions, schnittpunkt points out criteria of form and content of their display along with designers and curators. It exposes current exhibition trends, discusses the demands and modes of exhibiting and makes processes of work and decision making transparent. This throws up questions such as: What can exhibition design achieve beyond its functional tasks? Where are its limits, its power and its opportunities? How far does the design aim at a target clientele and what means are at its disposal? What is the relationship between the objects and exhibition design?

54: Mit sofortiger Wirkung – künstlerische Eingriffe in den Alltag

Dienstag, 24. Jänner 2012, 19.30 Uhr
Kunsthalle Wien Project Space Karlsplatz

Rundgang mit: Tinatin Natsvlishvili (Kuratorin), Robert Rüf (Gestaltung) und
Christof Nardin (Ausstellungsgrafik)
Moderation: Renate Höllwart (schnittpunkt)

Die Ausstellung "MIT SOFORTIGER WIRKUNG – Künstlerische Eingriffe in den Alltag" kuratiert von den TeilnehmerInnen des /ecm-Lehrgangs an der Universität für angewandte Kunst Wien widmet sich Strategien und Handlungsformen von KünstlerInnen und ihren Wirkungsweisen im Alltag. Das Ausstellungsprojekt initiiert, versammelt und untersucht dabei künstlerische Ansätze, die Abläufe und Routinen des Alltags sichtbar machen, unterlaufen oder auch brechen. Fünf beauftragte Künstler/innen entwickeln neue Arbeiten, die im Umfeld des Project Space am Karlsplatz umgesetzt werden. Die Interventionen von Oliver Hangl, Marlene Haring, dem Institut für Alltagsforschung, Maruša Sagadin und Anna Witt spielen subtil mit der Wahrnehmung, (ver)stören oder konfrontieren die PassantInnen ganz direkt. Sie werden dokumentiert und gemeinsam mit 25 anderen, bereits existierenden Arbeiten in der Ausstellung präsentiert.

Im Rahmen eines Rundgangs widmet sich schnittpunkt Fragen der kuratorischen und visuellen Umsetzung der Ausstellung: Welche Anforderungen birgt das Konzept eines flexiblen und mobilen Ausstellungsdisplays, dass BesucherInnen einlädt, aktiv an der Auseinandersetzung mit den Kunstprojekten teilzunehmen? Welche Verbindungen können zwischen bereits existierenden Arbeiten und aktuellen Interventionen hergestellt werden? Was bedeutet eine kollektive AutorInnenschaft für die inhaltliche und visuelle Konzeption der Ausstellung? Wie können unterschiedliche kuratorische Positionen sichtbar gemacht werden? Welchen Stellenwert haben begleitende Informationen und Vermittlungsmedien und wie finden diese Eingang in das Display?

Kunsthalle Wien Project Space Karlsplatz
Treitlstraße 2, 1040 Wien
www.mitsofortigerwirkung.at

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