

Die österreichische Museumslandschaft erlebt seit einigen Jahren vor dem Hintergrund von Teilprivatisierung und Neuordnung massive Umbrüche. Zahlreiche Museumsneubauten und Neugründungen setzen sichtbare urbane Zeichen und entwickeln sich zu modernen Wahrzeichen. Der Boom erfasst das ganze Bundesgebiet und alle Museumssparten - eine Entwicklung, die einem internationalen Trend entspricht. Museen stehen vor neuen Herausforderungen und sind einem massivem Quotendruck ausgesetzt: Eine Kluft charakterisiert die Beziehung zwischen den an die Museen herangetragenen Erwartungen und ihrer historisch gewachsenen Realität. Die Selbstdefinitionen der Häuser und ihre Managementstrategien müssen darauf reagieren. Zumeist werden diese Diskussionen – wenn sie überhaupt öffentlich werden – ausschließlich mit und von DirektorInnen geführt. Wesentliche konzeptuelle TrägerInnen der Neuordnungen werden selten befragt: Die zahlreichen KuratorInnen, Sammlungsverantwortlichen und konzeptiven Kräfte im Mittelbau. Mit der Veranstaltungsreihe "pole position. debatten zur neupositionierung von museen" wirft schnittpunkt Schlaglichter auf kommende Planungen und Entwicklungen der Museumslandschaft, die unterschiedliche Perspektiven aus den Institutionen einbeziehen.
Welche Überlegungen liegen den Neupositionierungen von Ausstellungsinstitutionen und ganzen Museumsgesellschaften zugrunde? Gibt es Qualitätskriterien für den Umgang mit materieller Kultur? Haben sich die klassischen musealen Aufgaben von Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln verändert? Müssen sie aktualisiert oder sogar über Bord geworfen werden? In welchen Beziehungsgeflechten stehen die einzelnen Häuser zueinander? Ist die durch die Privatisierung erzeugte Konkurrenz befruchtend oder erzeugt sie nur mehr vom Selben?