

Spring II, 2005, Webster University
Instructor: Dr. Monika Sommer / schnittpunkt - Wien Museum
This course aims to make students familiar with the environment, principles and practices of the cultural field. Both, chaos and structure, seem to be necessary to stimulate creative cultural productions. The course takes a close look at cultural organisations and the way they work. Students will be introduced to the structure of nonprofit cultural organisations - theoretically and by visiting several cultural institutions. Cultural policy as a determining factor will be discussed. Students will have to built up their own organization through a group project assignment and present their - fictitious - organizations to the class.
Students should bring with them a strong interest in cultural policy and administrative structures of the cultural field. Special interest in the museums field is an advantage. Students are expected to take careful notes and participate in the discussions in class. A final exam based on the lectures will consist of a series of questions with short answers.
SoSe 2005, Wiener Kunstschule
Lehrbeauftragte: Nora Sternfeld / schnittpunkt - büro trafo.K & Luisa Ziaja / schnittpunkt
In Kooperation mit der Vermittlungsabteilung MUMOK.
Auf einer Schultafel präsentiert Magritte eine Pfeife, die keine Pfeife ist und schreibt es zur Sicherheit auch noch dazu: Dies ist keine Pfeife. Es ist die Zeichnung einer Pfeife, die wie das Wort "Pfeife", nicht dem Gegenstand entspricht, den sie bezeichnet. In Anlehnung an Magritte und Foucault ist diese Vorlesung keine Vorlesung im eigentlichen Sinne und außerdem auch keine Vorlesung zur Theorie der Wahrnehmung. Was bleibt?
Im Gegensatz zu rein phänomenologischen Ansätzen der Kunsttheorie fasst diese Lehrveranstaltung "Wahrnehmung" in einem grundsätzlich erweiterten Verständnis, das nicht nur von Rezeption, sondern wesentlich von Produktion ausgeht. Sie fragt nicht nur danach, was wahrgenommen, sondern auch, was zu sehen gegeben werden kann. Zunächst taucht die Frage dann auf, wenn eine abgebildete Pfeife offensichtlich keine Pfeife mehr "ist", wenn die Illusion zerstört ist, dass sich das Bild mit der Wahrnehmung deckt. Aus dieser produktionsorientierten Perspektive nimmt die Vorlesung in jenem Moment der Kunstgeschichte ihren Ausgangspunkt, der einen Bruch mit der Mimesis markiert und damit eine Reflexion über die Wiedergabe der Wahrnehmung: also mit Arbeiten der klassischen Moderne, die das was "ist", das, was zu sehen gegeben wird, reflektieren (René Magritte), konstruieren (Laszlo Moholy-Nagy), komponieren (Paul Klee), improvisieren (Wassily Kandinsky). Gleichzeitig kommen mit Fotografie und Film Medien ins Spiel, die die Abbildung der "Wirklichkeit" von tradierten Konzepten von AutorInnenschaft, Einzigartigkeit und Originalität loslösen. Was vermag nun der abbildende Apparat zu leisten? Welche emanzipatorischen Perspektiven eröffnet das "Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit"? Wie lässt sich Benjamins These verstehen, dass dieses für eine "Formulierung revolutionärer Forderungen in der Kunstpolitik" brauchbar gemacht werden kann? Walter Benjamins Text begleitet eine Auseinandersetzung mit Fotografie und Film der russischen Avantgarde (Vladimir Tatlin, Alexander Rodtschenko, Varvara Stepanova, Dziga Vertov), mit konzeptuellen Ansätzen der 1960er Jahre (John Baldessari, Adrian Piper, Martha Rosler) und österreichischem Experimentalfilm (Ernst Schmidt Jr., Kurt Kren, Lisl Ponger). Die Vorlesung, die keine ist, wird demnach die Theorie der Wahrnehmung im selben Maße verlassen, in dem sie sie behandelt: So fokussiert sie Fragen nach den machttheoretischen Implikationen von Wissen und Wahrnehmung, nach dem emanzipatorischen Potential abbildender Medien sowie nach der sozialen Konstruiertheit von dem, was wir unmittelbar zu sehen glauben. Die Lehrveranstaltung findet das ganze Semester lang im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Mumok) statt und orientiert sich ebenso an der Sammlungspräsentation wie an den laufenden Ausstellungen. Die im Mumok präsentierten Arbeiten werden darüber hinaus in den Kontext von anderen künstlerischen Positionen gestellt. Texte von Michel Foucault und Walter Benjamin dienen als Referenzpunkte für die Auseinandersetzung.
WS 2004/05, Seminar / Akademie der bildenden Künste Wien
Lehrbeauftragte: Luisa Ziaja / schnittpunkt
Mit den ökonomischen Transformationsprozessen Ende der 1990er Jahre und der Zunahme post-marxistischer Theorie, insbesondere der italienischen OperaistInnen (Negri, Lazzarato, Virno), erfährt der Arbeitsbegriff eine grundlegende Veränderung. Die Produktion von Wissen, Subjektivität und symbolischer Kreativität, vormals im außerökonomischen Bereich der symbolischen Ordnung verortet, werden als wesentliche Elemente heutiger Wertbildungsprozesse mit eingeschlossen - kulturelle Arbeit und die KulturarbeiterIn selbst gelten als Avantgarde neuer Arbeitsmodelle im Post-Fordismus. Entsprechend ist der Arbeitsbegriff zunehmend Thema von KulturproduzentInnen und einer kritischen Kunst- und Ausstellungspraxis geworden (zuletzt das Forschungs- und Veranstaltungsprojekt Atelier Europa: Creative Labour in New Cultural Economies, Kunstverein München oder auch die Ausstellung Permanent Produktiv, Kunsthalle Exnergasse, Wien).
Die Lehrveranstaltung befragt die Neubewertung des Polit-Ökonomischen und zeitgenössische Formulierungen des Arbeitsbegriffs im Hinblick auf neue Normen und Ausschlüsse und geht den Mustern nach, in denen die Kategorien Männlichkeit/Weiblichkeit, Produktivität/Passivität, Produktion/Konsumtion, Arbeit/Nicht-Arbeit reproduziert werden. Gleichzeitig widmet sie sich aber auch den Widerstandspotentialen selbstbestimmter Arbeits- und Produktionszusammenhänge und Möglichkeiten der Entwicklung von Handlungsterrains dissidenter kultureller Praxis (vgl. Marion von Osten). Neben einer Einführung in gegenwärtige relevante Diskurse und der gemeinsamen Diskussion ausgewählter Texte, werden künstlerische und kuratorische Projekte einer kritischen Perspektivierung unterzogen.
(Im Rahmen der Kooperation Grzinic / Bonvicini: Medialization/space/labour: the intervention of new technology and media within art, performance, space and (im) material labor, 2004-2005)
Vorlesung für das Grundstudium in den Bereichen Bildnerische Erziehung
WS 2004/05, Textiles Gestalten und Werkerziehung / Akademie der bildenden Künste Wien
Lehrbeauftragte: Nora Sternfeld / schnittpunkt - büro trafo.K
Ziel der Vorlesung ist eine Einführung in theoretische Grundlagen und historische Entwicklungen kunstdidaktischer Strömungen und Ansätze sowie eine allgemeine Reflexion der institutionellen Logiken von Pädagogik, Kunst und Kultur. Neben einer Auseinandersetzung mit Aspekten von Kunst- und Kulturpädagogik im Zusammenhang mit Kunsttheorie und zeitgenössischer Kunst geht die Lehrveranstaltung auf allgemeine machttheoretische und methodisch/didaktische Fragestellungen an eine Pädagogik als Herrschafts- und Befreiungstechnologie ein. Die beiden Schwerpunkte "Kunstpädagogik und Schule" sowie "Kunst- und Kulturvermittlung" geben einen Einblick in Praxisfelder und Methodik der kunstpädagogischen Arbeit.
WS 2004/05, Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
Lehrbeauftragte: Charlotte Martinz-Turek / schnittpunkt & Susanne Claudine Pils / Wiener Stadt- und Landesarchiv
Während Archive und Bibliotheken Wissen sammeln und bereitstellen, schreiben historische Ausstellungen und Museen Wissen fest und konstruieren Erzählungen. Sie bewahren Geschichte und helfen den BesucherInnen sich ein "Bild" von der Vergangenheit zu machen. Sie sind aber ebenso Orte des Selbstbewusstseins einer bestimmten Gesellschaft und ihrer Identität.
Die Lehrveranstaltung soll einerseits Fragen nach Bewertungs- und Sammlungsstrategien von Archiven und andererseits Fragen nach der "narrativen Unschuld" (Mieke Bal) von Ausstellungen nachgehen. Am Anfang der Veranstaltung stehen einführende Treffen mit Informationsinput in das Thema und gemeinsame Lektüre. Die Veranstaltung wird im Wiener Stadt- und Landesarchiv abgehalten, wobei auch Exkursionen in Ausstellungshäuser in Wien durchgeführt werden. Die TeilnehmerInnen sollen neben selbständiger Ausstellungsanalysen eine Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv Wien erarbeiten, die im Februar 2005 gezeigt werden wird.
WS 2004/05, Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
Lehrbeauftragte: Christine Haupt-Stummer / schnittpunkt - section.a & Monika Sommer / schnittpunkt - Wien Museum
Der Titel der Lehrveranstaltung ist an den berühmten Text "Ich packe meine Bibliothek aus" von Walter Benjamin angelehnt, der auch der "Startschuss" der Lehrveranstaltung ist. Zentral sind theoretische und praktische Aspekte der Archivierung und der Musealisierung. Beginnend mit einer Auseinandersetzung mit der Entwicklung des historischen Bewusstseins als Grundlage für den Willen zum Bewahren und mit theoretischen Texten zum Thema Sammeln, befassen wir uns mit folgenden Schnittstellen und Fragestellungen:
a) privates und öffentliches Sammeln (u.a. Beweggründe, Selbstverständnisse)
b) private und öffentliche Sammlungen (u.a. Strategien, Systeme)
c) Ordnungslogiken öffentlicher "Speicher" (u.a. Bibliotheken, Museen, Archive)
d) Bewahrung versus Modernisierung (u.a. Ansprüche, Umsetzungen)
e) Praktiken der Archivierung und Musealisierungen
Ziel der Lehrveranstaltung ist - erstens - die Erarbeitung theoretischer Grundlagen als "Handwerkzeug" zeitgemäßer Analyseformen. In einem zweiten Schritt werden durch Besuche von Museen, Bibliotheken und Archiven Einblicke in die Praxis des Archivierens und Musealisierens und somit in mögliche zukünftige Berufsfelder von HistorikerInnen/KulturwissenschafterInnen gewährt. Was passiert in einem Museum "back-stage"? Welche kulturellen Hierarchien lassen sich anhand von Ordnungskriterien feststellen bzw. finden gerade darin ihren Niederschlag?
Diese Lehrveranstaltung wurde kurzfristig aufgrund budgetärer Gründe abgesagt.
SoSe 2004, im Rahmen von Gender Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien am Institut für das künstlerische Lehramt
Lehrbeauftragte: Nora Sternfeld / schnittpunkt - büro trafo.K
In der Lehrveranstaltung werden theoretische und praktische Auseinandersetzungen der Kunstvermittlung (Eva Sturm) mit Gendertheorien (Judith Butler) sowie mit repräsentationstheoretischen und museologischen Fragen (Roswitha Muttenthaler/ Regina Wonisch, Tony Bennett) in Verbindung gebracht. Dabei wird die für KünstlerInnen oft auftauchende Frage nach der Vermittlung ihrer Arbeit in einen feministischen und machttheoretischen Kontext gestellt. Ein Schwerpunkt liegt in der Erarbeitung einer experimentellen und reflexiven Kunstvermittlungspraxis. Kunstvermittlungsformen werden im Hinblick auf die Macht von Zuschreibungen befragt. Die Lehrveranstaltung geht den Mustern nach, in denen die Kategorien "Männlichkeit und Weiblichkeit", "Eigenes und Fremdes", "Gebildet und Ungebildet" als stereotype und homogenisierende Normen reproduziert werden. Museale Praxis wird als Kulturtechnik (Tony Bennet) analysiert, in der durch freiwillige Selbstregulation gesellschaftliche und politische Disziplinierung stattfindet. Im Mittelpunkt steht dabei eine Auseinandersetzung mit den Mitteln mit denen der herrschende Wissensdiskurs durch die Reproduktion der Kategorien von "race, class und gender" aufrechterhalten wird (Roswitha Muttenthaler/ Regina Wonisch). Die Konstruktion und Selbstvergewisserung von Geschlechtermodellen, von Identität und Alterität, sowie von kulturellem Kapital (Pierre Bourdieu) in Museen und Ausstellungen, für das die Museumspädagogik seit dem 19. Jahrhundert ein entscheidendes Mittel darstellt, wird anhand von Textlektüre und Ausstellungsbesuchen thematisiert. Die Lehrveranstaltung befragt ebenfalls die Rolle und Bedeutung von Text und Sprache im Ausstellungszusammenhang. Dabei werden Fragen nach Autorität und Autorschaft von Kunstvermittlung und Sprache in Ausstellungen behandelt: Welche Botschaften, welche Diskurse werden durch Text und Sprache in Ausstellungen vermittelt und produziert? Inwiefern werden Unterscheidungen zwischen "befugten und unbefugten"SprecherInnen suggeriert? Wie lassen sich die Positionen überprüfen, die Machtmechanismen einbeziehen aus denen gesprochen / repräsentiert wird? Wie kann dabei der unmögliche Status der Sache bewusst gemacht, das Scheitern mit eingerechnet werden? (Eva Sturm) Ausgehend davon werden Möglichkeiten einer emanzipatorischen und feministischen Vermittlungspraxis diskutiert und in konkreten Vermittlungsprojekten für Ausstellungen der Akademie der bildenden Künste Wien erprobt. Wie kann eine Praxis der Kunstvermittlung aussehen in der nicht nur Rahmenbedingungen stereotyper Konstruktionen und institutioneller Logiken offen gelegt, sondern auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Machtverhältnisse thematisiert werden, die die materielle Basis für die Konstruktionen darstellen? Wie können Gegenerzählungen stattfinden und wie lassen sich "andere" Standpunkte in Ausstellungen einnehmen? Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln können Ausstellungen zu Kommunikationsräumen werden? Welche Funktion hat das Sprechen als Form der Auseinandersetzung?
Methode: In Form von Workshops werden neben gemeinsamer Lektüre und Ausstellungsbesuchen, Vermittlungsprojekte entwickelt.
SoSe 2004, Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurierung, Ordinariat für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien
Lehrbeauftragte: Martina Griesser-Stermscheg / schnittpunkt - Universität für angewandte Kunst Wien
Die Bemühungen um die Erhaltung der Prunksarkophage aus Blei-Zinn in den bisher sehr feuchten Kellerräumen der Kapuzinergruft in Wien haben eine lange Geschichte. Neu ist das seit nunmehr einem Jahr verbesserte Raumklima, das durch die bauliche Sanierung und den Einbau einer Klimaanlage ermöglicht wurde. Im Auftrag des Bundesdenkmalamtes erfolgte im Frühjahr 2004 durch Studierende der Universität für angewandte Kunst (Fachrichtung Objektrestaurierung) eine exemplarische Evaluierung des Klimas und eine Abschätzung langfristiger Auswirkungen auf die Sarkophage. Der abschließende Report umfasste auch eine Besucherbeobachtung aus konservatorischer Sicht und gibt Empfehlungen zu präventiven Maßnahmen im Umgang mit den beachtlichen Besucherströmen in der Kapuzinergruft, auch als Auslöser für mögliche Klimaschwankungen.
Zusätzlich wurde in einer konservatorischen Bestandsaufnahme jedes Objekt aus technologischer Sicht detailliert untersucht, der Erhaltungszustand, frühere Eingriffe und die einzelnen Schäden dokumentiert und in eine eigens für dieses Projekt konzipierte Datenbank eingetragen. Ein auf alle Objekte übertragbarer Katalog an typischen Schäden von Blei-Zinn-Sarkophagen wurde währenddessen erarbeitet. Die Auswertung der konservatorischen Fachliteratur zur Kapuzinergruft dokumentiert ein breites Interesse an der Kapuzinergruft, dies bleibt allerdings vorwiegend beschränkt auf den Zeitraum der 1950er bis 1970er-Jahren. Es scheint nötig, ein paar Jahrzehnte später mit den heute gängigen Untersuchungsmethoden - und nach der Verbesserung des Raumklimas - die Erforschung der Korrosionsmechanismen an den Prunksarkophagen zu vertiefen. Einher geht damit eine Reflexion über bisher angewandte Restauriermethoden in der Kapuzinergruft, die in den letzten Jahren immer wieder zu großen Kontroversen führten.
SoSe 2003, SciMedia Lehrgang für Wissenschaftskommunikation IFF-Wien, Universität Klagenfurt
Lehrbeauftragte: Christine Haupt-Stummer / schnittpunkt - section.a & Monika Sommer / schnittpunkt - Wien Museum
Wer im Brockhaus oder einem anderen Lexikon das Stichwort "Museum" nachschlägt, liest bestimmt eine Beschreibung eines Ortes der Wissensbewahrung und -vermittlung. Tatsächlich ist die Geschichte des Museums und seines Selbstverständnisses eng mit der Wissenschaftsgeschichte verbunden, weshalb Museumsgeschichte so vielfältig und heterogen ist, wie die Wissenschaftsgeschichte.
Wissen steckt in den im Museum aufbewahrten und präsentierten Objekten - hier ist es also dinglich manifest - und bei den im Museum agierenden oder es besuchenden Personen. Kulturelles Wissen ist darüber hinaus aber auch in den Strukturen und Strategien der Präsentationsweisen implizit und daher "ablesbar". Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die TeilnehmerInnen für die Konstruktivität des im Museum aufbereiteten Wissen zu sensibilisieren, nach der Autorenschaft dieses Wissens zu fragen, Strategien der Wissensvermittlung zu hinterfragen. Dies soll einerseits durch eine theoretische Einführung, durch Museumsbesuche (Schausammlung im Historischen Museum der Stadt Wien und der neu eingerichteten Schausammlung "Medienwelten" im Technischen Museum Wien) und durch die gemeinsame Lektüre von Ausstellungsrezensionen passieren. Abschließende Aufgabenstellung an die Studierenden ist das Verfassen eines Textes zum Thema "Museum/Ausstellung" (Ausstellungskritik, KuratorInnenporträt, Erstellung eines Ausstellungskonzepts etc.).
WS 2002/03, SoSe 2003 wiener kunst schule
Lehrbeauftrage: Christine Haupt-Stummer / schnittpunkt - section.a & Beatrice Jaschke / schnittpunkt
schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis wurde von der wiener kunstschule eingeladen ihre Diplomausstellung exit_03 zu kuratieren. Unser Ansatz war von Anfang an, nicht als "klassische" Kuratorinnen aufzutreten, die der Gruppenausstellung einen thematischen Überbau geben, sondern uns die Rolle von "Coaches" zu geben, die die Abschließenden unterstützen, ihre eigene Ausstellung zu gestalten. Ziel war es, gemeinsam mit den Studierenden eine kritische Sicht der institutionellen Rahmenbedingungen von Diplomausstellungen zu erarbeiten und umzusetzen. Die AbsolventInnen waren in diesem Fall nicht nur KünstlerInnen, sondern schlüpften auch in die Rolle der KuratorInnen, GestalterInnen oder ProjektmanagerInnen und erhielten dadurch Einblicke in den Prozess eines Ausstellungsprojekts.
Das partizipatorische Prinzip setzte bereits in der Konzeptionsphase an, indem gemeinsam ein thematischer Fokus für die sehr heterogenen Positionen und Disziplinen entwickelt wurde: Kommunikation und zwar filterlos, direkt und unzensuriert, das waren die Wunschvorstellungen, die sich schnell auf einen Nenner bringen ließen. Dabei ging es sowohl um Kommunikation innerhalb der Gruppe, mit der wiener kunst schule und den Werkstätten während des Entstehungsprozesses der Diplome, um Kommunikation der gezeigten Arbeiten untereinander ebenso wie nach außen, mit den ProjektpartnerInnen, potentiellen ArbeitsgeberInnen, SponsorInnen und BesucherInnen - kurz der Öffentlichkeit. schnittpunkt hatte den Anspruch, ein Experimentierfeld zu initiieren und angehende KünstlerInnnen wie GrafikerInnen zu begeistern, selbst ihre Ausstellung zu machen. Über Workshops, eine Mailingliste und Arbeitsgruppen zu den Bereichen Konzeptfindung, Vermittlungsarbeit, Sponsoring, Projektmanagement und Gestaltung waren die AbsolventInnen zu jeder Zeit aktiv in den Produktionsprozess der Ausstellung involviert.
Das Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung inszenierte Gesprächssituationen, die auch die künftigen Karriereschritte der AbsolventInnen mitbestimmen werden. Im Dialog mit Alexander Horwarth, Katarina Schmidl, Elisabeth Priedl, Karl Emilio Pircher, Fidel Peugeot und Thomas Edlinger stehen Kommunikations- und Berufsalltag von Journalismus, Galeriebetrieb, Designbereich und Ausstellungswesen zur Diskussion.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Triton Verlag, der in Kooperation mit der Werkstätte Grafic Design gestaltet worden ist.
Ausstellungsdauer: 28. Mai bis 09. Juni 2003
KOMFORT-GIGANT ZENTRUM, Neustiftgasse 73-75, A-1070 Wien
WS 2002/03, Institut für Konservierungswissenschaften und Restaurierung,
Ordinariat für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien
Lehrbeauftrage: Martina Griesser-Stermscheg / schnittpunkt - Universität für angewandte Kunst Wien
Im Auftrag der neuen Leitung des Salzburger Dommuseums kam es durch Studierende der Universität für angewandte Kunst (Fachrichtung Objektrestaurierung) zur schon lange angestrebten Inventarisierung des Salzburger Domschatzes, eine der bedeutendsten Sammlungen an Goldschmiedekunst in Österreich. Gemeinsam mit der Museumsleitung und dem Dompersonal wurden im Vorfeld Objekt-Kategorien für die Inventarisierung erarbeitet und eine Systematik erstellt, die den gewachsenen Bestand sinnvoll fassen konnte, die praktikabel und jederzeit erweiterbar erschien. Insgesamt wurden über 250 Objekte (Monstranzen, Kelche, Bischofstäbe, Ziborien, Wachs-Objekte, Reliquienbehälter u.v.m.) digital erfasst und inventarisiert.
Im Weiteren folgten die Erstellung einer Datenbank zum Zustand der einzelnen Objekte, Empfehlungen für notwendige konservatorische und restauratorische Maßnahmen, ebenso Kostenschätzungen für die langfristige Budgetplanung der Museumsleitung. Hinweise für Pflege und Wartung erwiesen sich für das Dompersonal als nützlich, da die Objekte, die an vielen verschiedenen Orten wie Sakristeien, Kapellen und Altären im Dom aufbewahrt bzw. aufgestellt sind, teilweise auch immer noch in regelmäßiger liturgischer Verwendung stehen.
WS 2002/03, Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien
Lehrbeauftragte: Monika Sommer / schnittpunkt - ÖAW - Junior Fellow am IFK
Grundsätzlich stehen Objekte und Texte im Zentrum des Ausstellungsbesuchs, doch es sind nicht nur die Exponate, die Geschichten erzählen. In einem Zeitalter der Musealisierung und Konstruktion kollektiver Identitäten mittels Museen und Ausstellungen - man denke z. B. an das Jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind - haben Fragen nach den Formen und Transformationen musealer Repräsentationen hohe wissenschaftliche und praktische Relevanz.
Museumsarchitektur und Ausstellungsgestaltung sind jene Mittel, die Ausstellungsinhalte räumlich erfahrbar machen und den Kontakt, die Kommunikation zwischen den Objekten und den BesucherInnen fördern, ja oft erst das Objekt auratisieren. Den KuratorInnen dienen Gestaltungselemente als Mittel zur Akzentuierung ihrer Inhalte, die mit der Ausstellung ins öffentliche Bewusstsein gelangen sollen. Die Anforderungen an die Ausstellungsgestaltung sind daher vielfältig: Unterstützung der Objektpräsentation, Vermittlung von Inhalten und Stimmungen, Leit- und Orientierungssystem usw.
Die Formen der Museumsarchitektur und Ausstellungsgestaltungen sind von ihren künstlerischen, natur- und kulturwissenschaftlichen Kontexten abhängig und daher historischen Transformationen unterworfen. Die LV will einerseits diesen Entwicklungen nachgehen, andererseits anhand von aktuellen Beispielen die erzählerische und deutende Kraft von Museumsarchitektur, Ausstellungsräumen und ihrer Möbelensembles analysieren und für die "unsichtbare" Macht der Gestaltung der Räume sensibilisieren. Ein Gespräch mit einem/r Architekten/in und einem/r KuratorIn soll einen Einblick in die gestalterische und museologische Praxis vermitteln.