im bauch des museums

depots oder deponien?

Museen sind so gut wie ihre Depots - Depots sind so gut wie ihre Museen. Doch im Blickpunkt des Museums- und Ausstellungswesens der letzten 20 Jahre standen vorwiegend Themen der Präsentation und Vermittlung. Was in den Kellern gelagert wurde und nicht unmittelbar im Rampenlicht stand, blieb aus dem Sammlungsdiskurs ausgeschlossen. Dabei sind sowohl die Ordnungssysteme als auch die Bedingungen der Lagerung von Objekten Indikatoren von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Hierarchien. Das Bewahren von Beständen ist nicht nur zentrale museale Aufgabe, es spiegelt auch die Geschichte der Sammlungen wieder, macht sichtbar was wertvoll genug war, um aufgehoben und dabei nicht interessant genug, um gerade gezeigt zu werden.

Mit den Möglichkeiten der digitalen Dokumentation und Archivierung verändern sich die Diskurse um das Bewahren fundamental. Braucht es nicht die Erarbeitung neuer Modelle und Strategien für die Bewahrung? Welche Rolle spielen dabei ethische Kriterien? Wie können die unterschiedlichen Zeitlichkeiten in denen Museen agieren – kurzfristige kulturpolitische Strategien einerseits und langfristige Sammlungsplanung andererseits – als untrennbar verbundene Parameter im Museumsalltag ausgeglichen gelebt werden? schnittpunkt geht diesen Fragen in einer Veranstaltungsreihe nach, thematisiert die gelebte Praxis, analysiert methodische Ansätze und unternimmt Exkursionen in den Bauch des Museums.