

Während das Museum mit seinen Sammlungstätigkeiten traditionell auf Dauer angelegt ist, hat es mit der zunehmenden Logik der Wechselausstellung eine wesentliche Dimension von Aktualität und ZeitgenossInnenschaft erhalten. Kuratorische Praxen ermöglichen die räumliche Formulierung von virulenten Thesen, ungewöhnliche Begegnungen in der ephemeren Zusammenführung von Objekten, Texten und Dokumenten. In Projekt- und Informationsausstellung geht es etwa seit den 1990er Jahren weit über die Präsentation auratisch aufgeladener Gegenstände hinaus um Gesellschaftskritik und Gegen-Information. Andere Ansätze verbinden zeitgenössische Kunst mit kulturhistorischen Inhalten, erproben Potenziale digitaler Medien, erschließen neue Felder der Wissensvermittlung oder setzen konzeptuelle Zeichen mit der Verarbeitung populärkultureller Inhalte. Zwischen Forum, Podium und Erlebniswelt sind es die Wechselausstellungen, die das Museum heute auf die Probe stellen und neu erfinden.
Die Reihe "displaying knowledge" widmet sich experimentellen Ausstellungsprojekten, kuratorischen Strategien und institutionellen Neuentwürfen. Dabei kommen Ausstellungen als Medien in den Blick, die das Potenzial haben, den reflexiven Diskurs über die eigenen Bedingtheiten offen zu legen und zu veranschaulichen.
Welche neuen Formen des Kuratierens, der Gestaltung und Vermittlung werden gegenwärtig entwickelt? Welche kuratorischen Entscheidungen lassen sie interagieren? Mit welchen Mitteln werden konzeptuelle Ansätze visualisiert? Wie verändern kuratorische Projekte die Rolle der Institution? Wie brechen Ausstellungen unseren Blick?